Aus der Dorfchronik

Wer die Geschichte jener Vereine kennt, die innerhalb unserer Pfarrei bis in die 60 er Jahre tonangebend waren, der fragt sich, woher es kommt, dass diese Vereine allesamt im Orte Lauthausen ihren Ursprung hatten.

Ich weiß hierauf keine Antwort, aber erstaunlich ist – und ich erinnere hieran nicht ohne Stolz -, dass die Geschichte Bödingens nahezu ausschließlich von den Altvorderen unseres Dorfes Lauthausen geprägt wurde:

Die Bevölkerung von Lauthausen sorgte in alter Zeit, als unsere Region noch zum Kirchspiel Eigen gehörte, dafür, dass "die vom Berg" über die Lauthausener Furt ihre Pfarrkirche in Hossenberg besuchen konnte. Dass es nicht immer einfach war, je nach Wetterlage und Hochwasserstand der Sieg auf die andere Seite des Tales zu kommen, mag ein damals geflügeltes Wort beweisen, das den weniger Frommen als Ausrede gedient haben könnte:

"Möhn, Möhn Märch (Margarete)

Jode möt nom Hossenberg?“

"Nä, Möhn Mariannendröck,

mo-en kreie me de Zemmerlögh !" (1)

Kein anderer als Christian von Lauthausen war es, der durch seine Vision und mit seinem Vermögen den Bau der Kirche in Bödingen ermöglichte. Aus Lauthausen stammten auch jene vier Einwohner namens Külches, Heppen, Wesemann und Erke, die in der hohen Zeit des Klosterlebens als Sub Prior, Mönch, Klosterbruder bzw. als Kellermeister in Bödingen fromme Dienste leisteten. (2)

Schließlich waren es wieder die Lauthausener, die an den Hängen des Bödinger und Altenbödinger Berges Weinbau betrieben und dies bereits im 14. Jahrhundert! (3). Dafür liefert auch das Bödınger Fundatıonsbıld einen sichtbaren Beweis:

Christian von Lauthausen, der in frommer Betrachtung vor dem Bildstock kniet, hat den zweizinkigen „Wingertskaasch' zur Seite gelegt.


Das Lauthausener Kelterhaus in der untergegangenen Hoflage AUELSHECKE (Aufnahme der Ruine im Jahre 1956 von JR).Wurde bei der Errichtung des Bauhofes Gilliam zugeschüttet. Standort: Eckgrundstück K 36-alte Einfahrt zum Bauhof; Gem. Lauthausen Flur 5 Nr. 11; Aufwuchs: Fichten. `

Die dominierende Stellung unseres Dorfes war auch bestimmend dafür, dass Lauthausen die erste große Gemeinde dieser Region abgab, und zwar unter Einschluss der Dörfer Bödingen, Driesch, Lochhalberg, Ober- und Niederhalberg, Oppelrath, Kningeltal, Berg, Oberauel und der untergegangenen Hoflage Auelshecke.

Endlich und zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass unsere Heimatgemarkung, größenmäßig identisch mit der alten Gemeinde Lauthausen, bis auf den heutigen Tag den Namen "Lauthausen" trägt.


Um die Jahrhundertwende kam der Weinanbau an der Sieg, so auch in der Lauthausener Lage, zum Erliegen. Hauptgrund: Reblausbefall sowie Schäden durch Sauerwurm, Oidium und Peronospora, die die Winzer zur damaligen Zeit nicht abzuwenden vermochten; erst viel später gelang dies mithilfe der Chemie.

Das Bild zeigt noch gut erhaltene Stützmauern in der Steilhanglage über der K 36 IM AUELSHECKER WINGERT, Gemarkung Altenbödingen, Flur 6 Nr. 397, 399, 401,403 u.a.
(Aufnahme aus dem Jahr 1986 von JR).