En Jefalle don.

Zur Herbstzeit begegnen sich an einem Samstagmorgen am Fuße des Bödinger Berges zwei Männer aus der Pfarrei "Zur Schmerzhaften Mutter". Der eine, Petter gerufen, bekannt durch seine fromme und dröckliche Lebensart, ist auf dem Wege zur Kirche. Josef, der andere Mann, weniger gottesfürchtig und wegen seines hintergründigen Humors gleicher= maßen geliebt wie gemieden, bringt gerade seine Kartoffelernte ein. Wie er also schweißtriefend auf seinem Acker der Dreizant in die Erde wuchtet, kommt Peter vorbei. Der ruft: "Morje, Josef!" Josef, im Alltag Jupp gerufen, dreht sich ein wenig überrascht um, sieht den Grüßenden, stützt sich beidhändig auf das Stielende seines Arbeitsgeräte und grüßt leutselig zurück: „Morje, Petter!" Der übersieht die Geste des Nachbarn geflissentlich, er ist zu dieser Stunde an einem Schwätzchen nicht interessiert und trollt sich weiter. Wie Josef nun seinen frommen Nachbarn dem Kirchdorf zustreben sieht, kann er sich nicht verkneifen diesem bieder nachzurufen:

"Sach ens, Petter, könnts du me net en Jefalle don?"

Petter bleibt stehen, wendet den Kopf und ruft zurück: "Jewiss, Josef, en Jefalle kann ech dir don - wat sall et dann sen?"

Da läßt der Schelm seinen Blick über den blauen Herbsthimmel gleiten und ruft weithin hörbar dem Peter zu: "Du könnte me de Dreizant avnemme on fö mech de Eepel kaschte, ech Wüet dann fö dech en de Kerch jon!"

Anmerkung: "Josef" hat mit seiner lustigen Art den Menschen in seiner Umgebung viel, sehr viel Freude bereitet. Und das ist m. E. sehr viel für einen Mann, der nicht mehr zu geben hat.