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Einleitung

Wenn ein Verein, der sich den Zielen der Erhaltung und Pflege des Ortsbildes und der Umwelt, der dörflichen Geselligkeit sowie der Aufklärung der geschichtlichen Herkunft und Entwicklung der Siedlung verpflichtet weiß, mit einer Veröffentlichung hervortritt, dann darf er des Interesses der Bürger gewiss sein. Das Dorf ist der Platz, an dem man wohnt und den man zu kennen glaubt, von dem man aber auch annimmt, dass noch vieles in der Vergangenheit verborgen ist und der Aufhellung bedarf. Die Menschen, die in Lauthausen wohnen, stellen Fragen nach den Menschen früherer Zeiten, ihrem Leben, Handeln und Verhalten, nach ihren Leistungen und den Bedingungen innerer und äußerer Art, denen ihr Dasein unterlag.

Nicht alle Fragen werden gestellt, die möglich sind, nur einige beantwortet. Die Antworten lassen sich drei Bereichen zuordnen. Mit den Voraussetzungen des menschlichen Lebens befassen sich die Beiträge über die Entstehung und Gestaltung der Landschaft und über die Böden und das Klima. Sozusagen einen Aufriss der Wirksamkeit der Bewohner von der ersten vermuteten Besiedlung an bis in die Gegenwart liefert der Aufsatz über die Geschichte des Dorfes. Die zweite Gruppe enthält eine Dokumentation aus der noch lebendigen Vergangenheit, und zwar über den Wasserleitungsverein, den Vorläufer der "Dorfgemeinschaft", und eine wertvolle Bildfolge über dörfliche Ereignisse und Personen. Einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten die Mitteilungen zum Weinbau und zur ehemaligen Brauerei Land. Der dritte Bereich erschließt mündliche Quellen, indem das "erzählte Leben" zum Aus- druck gebracht wird. Die Berichte handeln vom Kriegsende in Lauthausen und sammeln den "Dörepsverzäll", Geschichten also, die das Denken und den Umgang der Leute miteinander wiedergeben.

Die Beiträge beschäftigen sich mit der "kleinen Welt“ des Dorfes Lauthausen und seiner Bewohner. Sie ist eingebettet in die "großen" Geschehnisse, die jenseits der Siedlungsgrenzen ab- laufen. Für die Menschen in dem Ort an der Sieg ist es die eigene, wichtige Welt. Das Bändchen mag ihre Erkenntnis und ihr Verständnis fördern.

Professor Dr. Helmut Fischer

 

Das aber ist des Alters Schöne,
dass es die Saiten reiner stimmt,
dass es der Lust die grellen Töne,
dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.

Ermessen lässt sich und verstehen
die eigne mit der fremden Schuld,
und wie auch rings die Dinge gehen,
du lernst dich fassen in Geduld.

Die Ruhe kommt erfüllten Strebens,
es schwindet des verfehlten Pein -
und also wird der Rest des Lebens
ein sanftes Rückerinnern sein.

(Ferdinand v. Saar)

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