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    Dorfkapelle und Luftbild

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    Postkarte von Lauthausen

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    Kulinarisches

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    Wassersport auf der Sieg

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    Impressionen

Dorfkapelle - Dorfmittte

Zum Bauwerk Kapelle erscheint mir der Hinweis wichtig, daß sie im Baustil dem damaligen Ortsbild angepasst und in Fachwerk gehalten war. Wenn dies nicht durch ein Foto belegt wäre, hätten wir’s nicht gewusst; denn schön verputzt war das gute Stück zu unserer Zeit, von außen und innen.   

Der Putz war so dick aufgetragen, daß keiner darunter die Balkenlage vermuten konnte. So prägte sie das Ortsbild seit Anbeginn, und der Betrachter fand sie stabil und festgefügt.

Wenn sie durch den Zahn der Zeit oder durch Kriegseinwirkung Schaden genommen hatte, war man sogleich zur Stelle und besserte sie aus, rückte Dachziegel zurecht, stopfte die Löcher und gab ihr einen neuen Anstrich.

Nach dem ersten Weltkrieg waren es die beiden Handwerker Johann Raderschad und Peter Rösgen (letzterer hat zur gleichen Zeit auch die Stationshäuschen aus Kunststein gefertigt), die vor allem den Altar neu gestalteten.

 Kapelle

Ein so jämmerliches Aussehen hatte sie, als sie ihres Verputzes entkleidet war

 

Im zweiten Weltkrieg ist sie beschädigt worden, wie alle Häuser des Dorfes beschädigt wurden (vergl. mit 'Erinnerungen an den Krieg an der Sieg' in diesem Heft). Wiederum hat man sie damals ausgebessert und schön gemacht, obwohl die Dörfler an ihren eigenen Anwesen genug auszubessern hatten. Was nicht repariert werden konnte, blieb einer Restaurierung im Jahre 1965 vorbehalten. Dabei wurde durch Bruno Schwarz der Fußboden mit wunderschönem Steinriegelmaterial versehen, innen wurde sie getüncht und außen erhielt sie einen hellgrauen Anstrich. Im Rahmen einer großen Kapellenfeier wurde durch Pater Lürkens eine Benediktion vorgenommen. Aus diesem Anlass wurde die Kapelle auch dem hl. Josef anvertraut. Weil die Augustinermönche das Bödinger Leben nicht mehr bestimmten, fühlte man sich St. Josef dem Zimmermann, dem Mann der Arbeit und des Handwerks, zugetan und „taufte" sonach die Kapelle auf seinen Namen. 1976 erhielt das kl. Gotteshaus, von den Dörflern manchmal liebevoll auch 'Dom' genannt, durch Heinrich Höhner ein neues Türmchen mit Schieferabdeckung und ihr Äußeres wurde pinkfarben gestrichen.

 

Im Frühjahr 1988 zeigte der Kapellenbau unverhofft Risse, die Schlimmes ahnen ließen. Als man der Sache auf den Grund ging, stellte man mit Erschrecken fest, daß die Balkenlage unter dem Verputz in großem Ausmaß verfault und vertorft war.

Es blieb nichts anderes übrig als die Kapelle wegen Baufälligkeit zu schließen. Alle Messen und Andachten, wie sie traditionell im Mai (Maiandacht) und im Oktober (Rosenkranzandacht) gefeiert werden, mussten ausfallen bzw. in die Pfarrkirche verlegt werden, so auch die Messfeier zum 1. Mai 1988; am 1. Mai 1989 wurde sie im Festzelt gehalten.

Pfarrer und Kirchenvorstand mühten sich fortan redlich um die Genehmigung einer gründlichen Restaurierung der Kapelle, ebenso um die Klärung der Finanzierung.

In der Zwischenzeit ließ Josef Raderschad auf eigene Kosten die Pflasterung des Kapellenvorplatzes vornehmen, außerdem ließ er eine wertvolle Rundbank fertigen, die an der Linde ihren Platz bekommen hat.

Als dann im Sommer 1989 alle erforderlichen Genehmigungen vorlagen, ließ der mit der Bauplanung und -leitung beauftragte Architekt Jacobs den Außenputz behutsam abschlagen. Erst jetzt zeigte sich das ganze Ausmaß der Balken- und Mauerschäden.

Ach Gott, gab es da ein klägliches Bild ab, das kaum zu beschreiben ist!

Nachdem das Dach abgestützt war, wurden die Fachwerkbalken der Wetterseite gänzlich erneuert, andere wurden stückweise ausgebessert, einige wenige an der Tür sowie der Nordseite konnten ihren Platz behalten

 

Die Lauthausener Kapelle erhält ein neues "Stützkorsett“ und ....


.. auch ein neues Dach. Hernach wurden die Gefache ausgemauert

Insgesamt erhielt die Kapelle durch die Firma Heinz, Kaldauen, ein solides eichenes Gebälk, das bis in alle Einzelheiten dem alten gleicht.

Zur gleichen Zeit hat Bruno Schwarz das in Grauwacke gehaltene Fundament ausgefugt.

Danach mauerten die Arbeiter der Firma Marenbach aus Weyerbusch die Gefache aus und verputzten sie außen und innen, hier nach entsprechender Verkleidung mit Herkalitplatten. Schließlich besserte die Firma Mons aus Hennef-Geistingen den Dachstuhl aus und deckte die mit Brettern und Dachpappe abgedichtete Dachlage zuletzt mit Naturschiefer ab.

Zu dieser Zeit musste auch die Turmspitze mit Kreuz und Wetterhahn fertiggestellt werden. Da solcherart Arbeiten nicht eingeplant waren, entwarf J.R. in Eile ein prächtiges Tier, das von P.F. aus Messing kunstvoll gefertigt wurde.

Mir selbst blieb die Anbringung dieses Symbols der Wachsamkeit auf dem Kapellentürmchen vorbehalten. Dort oben spreizt der Hahn sein Gefieder, und aus dem hochgereckten Schnabel löst sich scheinbar das Krähen eines besonders wachsamen Tieres. Jetzt, da sich die Kapelle in ihrem vollen Glanze zeigt, möchte man schwärmerisch sagen: Der Wetterhahn ist das Tüpfelchen auf dem i

 

Es bleibt aber noch anzufügen, daß die wunderschöne Eichentür und die beiden seitlich angebrachten Buntfenster gestiftet wurden. Das eine Fenster zeigt das Bild des Christian von Lauthausen vor dem Bildstock, das andere die Schmerzhafte Mutter von Bödingen.

Die Kapellentür wurde von dem Schreiner Karl Schmitz aus Bröl gefertigt, die Buntglasfenster lieferte die Firma Linden aus Bonn.

Zum 1. Mai 1990 wird unsere Kapelle vollends fertiggestellt sein und nach feierlicher Benediktion ihrer Bestimmung übergeben werden.

Allen Mitgliedern des Vereins DORFGEMEINSCHAFT, die sich mit Rat und Tat um das Gotteshäuschen verdient gemacht haben, gebührt Dank! Dank sei auch allen Spendern gesagt, die mit großen und kleinen Gaben die Fertigstellung unseres „Domes“ ermöglicht haben.

Nicht zuletzt danke ich dem Vorstand des Vereins DORFGEMEINSCHAFT HENNEF-LAUTHAUSEN für seine fleißige Mitarbeit, insbesondere jenen Vorstandsmitgliedern, die mir persönlich bei der Neugestaltung der Kapelle mit Herz und Hand zur Seite gestanden haben! Dieser Arbeit ist es zu verdanken, daß an Geld- und Sach- spenden ca. DM 35.000 in den Kapellenbau geflossen sind.

Unser aller Wunsch: Möge unser geliebtes Kleinod in der Dorfmitte bis weit in das dritte Jahrtausend hinein Mittelpunkt unseres Dorfes bleiben!

Das Glöcklein soll zur Andacht rufen,
ertönen, wenn es brennt.
An Eintracht soll es mahnen,
wenn Gram und Neid uns trennt.

Wer durch die Tür eintritt
und Freund und Feind verzeiht,
der soll die Kraft verspüren,
„ die Redlichkeit verleiht.

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Anmerkung zur Person des Verfassers: Heinz Peters müht sich seit Jahrzehnte um unsere Dorfkapelle. Er hat an ihrer Neugestaltung maßgeblichen Anteil. Es ist sein Verdienst, daß die oben bezifferten Geld- und Sachspenden die Restaurierung unserer Kapelle ermöglicht haben. Dafür gebührt ihm unser aller Dank! J.R.