Allner - Mühle

Steht man auf dem Brückenplatz und schaut westwärts, kommt die Erinnerung an die schöne Allnermühle. Blicken wir nach rechts, sehen wir die hohe Umfassungsmauer von Schloss Allner. Schon lichtet sich eine Romantik, die an längsverschwundene Zeiten erinnert: das Bröltalbähnchen.

Noch sehen wir es im Geiste im Schritttempo der Mauer entlang kriechen, nach links den Allnerweg überquerend, die alte Holzbrücke passierend und über den Damm bimmelnd und fauchend nach Hennef fahren.

Zwischen dem Westgiebel der Mühle einerseits und dem Bahngleise andererseits, stand die Fahrkartenausgabe, das sogenannte Kirschbaumshäuschen, benannt nach dem “Diensttuenden Beamten". Hier war die Quelle manch heiteren Episoden.

Die alte Holzbrücke war inzwischen altersschwach geworden. Als man im Jahre 1926 mit dem Bau einer Steinbetonbrücke begann, waren ihre Tage gezählt. Nach fast einjähriger Bauzeit konnte sie dem Verkehr übergeben werden. Damit war auch der Abbruch der alten Holzbrücke mit dem "Fahrkartenhäuschen" beschlossen.

1945 wurden wahnwitziger Weise zwei Bogen der Brücke gesprengt, die erst ein Jahr später durch Balkenwerk ersetzt wurden. Um den Verkehr während des Umbaus aufrecht zu erhalten, bauten zwei Allner Bürger, im Einverständnis mit der Militärregierung eine aus zerschossenen Baumstämmen gefertigte Notbrücke und zwar neben dem "Guggelbrückchen" in Allner, welches ebenfalls zerstört worden war. Der Verkehr rollte durch das “Hennefer-Feld".

Die Preise zur Überfahrt beliefen sich für Lastwagen auf 1, 00 R. M., Personenwagen 0, 50 R. M., à Person 0, 10 R. M.

Der Lastwagenverkehr hatte die Holzteile an der Brücke Allnermühle inzwischen so stark mitgenommen, dass man sich veranlasst sah, die zwei gesprengten Bögen wieder in Beton einzubauen.

Am Osterdienstag 1954 wurde die Brücke gesperrt und mit dem Ausbau begonnen. Der Verkehr wurde über Allner - Siegburg - Hennef, oder über Müschmühle - Oberauel - Hennef umgeleitet. Am 14. November des Jahres konnte sie als fahrtüchtig gemeldet werden.

Bei einer späteren Überprüfung ihrer Tragfähigkeit wurden Mängel festgestellt, die eine gründliche Überholung notwendig machten. Im März 1967 wurden mit den Ausbesserungsarbeiten begonnen, bei gleichzeitiger Erweiterung der Fahrbahn und Sicherung der Bürgersteige. Im April 1968 wurde sie dem Verkehr übergeben.

Die sich immer mehr häufenden Unglücksfälle am Brückenplatz machten eine Signallampenanlage erforderlich. Diese wurde im gleichen Zuge in Verbindung mit der grünen Welle auf der B 478 installiert.

Wann die Allnermühle erbaut wurde, ist nicht mit Sicherheit festzulegen. Ursprünglich unterstand sie dem Kloster Seligenthal und war diesem zinspflichtig. Die im Türbalken eingehauene Jahreszahl 1811 lässt darauf schließen, dass bei den Plünderungen und Brandschatzungen der Franzosen, um die Wende des 18. Jahrhunderts, die Mühle zerstört wurde.

Der zu Schaden gekommene Fachwerkbau, sowie die gesamte Mahlanlage wurden später vom derzeitigen Besitz er des Schlosses Allner, Fürst von Hatzfeld-Schönstein, erneuert. Entgegen anderen Mühlen hat sie den Betrieb bis zum Abbruch am 17. März 1973 aufrechterhalten können.

An der Südseite der Mühle plätscherte seit Jahrhunderte das Mühlenrad ihr monotones Lied.

Schaute man dem lustigen Drehen des Rades zu, verfiel man in Melancholie und glaubte im Rauschen des Wassers das Lied von Liebe und Treue zu vernehmen. Wir wollen nicht länger verweilen und wandern, flankiert von der gewaltigen Schlossmauer nach ALLNER