Seligenthal

"Tal der Seligen“, so heißt es in einer alten Legende. Das Dorf, einst so ruhig und friedlich gelegen, wurde durch den Bau der Wahnbachtal- sperre und demzufolge des durchflutenden Verkehrs, jäh aus seinen Träumen gerissen.

Blättern wir in den Annalen der Geschichte zurück, stellen wir fest, dass gerade Seligenthal eine ruhmvolle Geschichte hinter sich hat.

Die Entstehung des Ortes ist nicht mit Sicherheit festzulegen. Fest steht, dass es zu Anfang des 1 3. Jahrhunderts bestand und zwar unter dem Namen Selgendall, später Selegendale. Vor Gründung des Klosters zählte der Ort zu Geistingen. Das Grafenpaar Heinrich III. von Sayn und Mechtildis von Landesberg zu Blankenberg, gründeten unter anderem 1231 das Franziskanerkloster zu Seligenthal, benannt nach dem gestifteten Orden des hl. Franz v. Assisi um 1209, der vom Papst Honorius III. um 1223 bestätigt wurde.

Um die Fortbildung der Minoristen bemüht, wurde dem Kloster eine Lehrstätte angeschlossen, die durchschnittlich von 15 - 18 Patres besucht wurde. Auch hatte man einen Sühnekarzer angeschlossen, in dem pflichtvergessene Patres büßen mussten.

Das Kloster, das meist aus Minoristen bestand, hatte ein eigenes Siegel, welches die Umschrift: “SIGILLUM GUARDANI VALLIS FELCIS 1231" trug. Das Kloster stand in Gunst und Schutz des Grafen von Blankenberg. Herzog von Berg machte ihm viele Schenkungen. Als Witwe. v. Sayn gedachte sie in ihrem Testament des Klosters. Hierin heißt es unter anderem: ". . .MACHEN MIN TESTAMENT INDE MIN SELEN . . DEN MINREBRUEREN VON SELIGENDALE ZIEN MARC MACHE . . " usw. (ca. 500, -- DM).

Viele Freunde und Gönner werden noch genannt, die dem Kloster Zuwendungen machten. So Dietrich von Heinsberg und Gemahlin Johanna (1296). Herzog Wilhelm (1379), Herzog Adolf(1441), Herzog Johann (1513), Herzog Johann Wilhelm (1600), Herzog Wolfgang Wilhelm (1667). Um 1432 vermachte Elisabeth v. Merode, eine Verwandte des Besitzers von Schloss Allner, dem Kloster 6 Malter Korn als erbliche Rente, die von ihren Ländereien in der Bröl als Jahresgabe über- geben wurden. Hierfür sicherte sie sich eine Grabstelle und jährliche Messen hieselbst.

Im Jahre 1464 stiftete Johann v. Scheidt, genannt Weschpfennig, eine jährliche Memorie (Gabe) auf den Donnerstag nach St. Bartholomäus nach hier und einen Teil zum Kirchspiel Winterscheid. Einen weiteren Teil erhält Guardian (Kloster- Vorsteher) Heinrich Zergesell von Bröl, vom Bruder des Stifters, Engelbert v. Scheidt, genannt Weschpfennig, Amtmann zu Blankenberg. Gleichzeitig wird ein Guardian Heinrich von Blankenberg genannt (1438).

Rund 25 Jahre nach Gründung des Klosters (1256) bauten die Patres eine Kirche nach Blankenberger Muster. Papst Alexander VI. verlieh dem Kloster an den Festen des hl. Antonius und Franziskus, sowie an Kirchweihfeste besondere Ablässe.

Fast das gesamte Acker- und Wiesenland, sowie die Wein- und Waldhänge rings- um waren Klostereigentum. Die Freien hatten es in Pacht übernommen, wofür sie den Zehnten als Pacht dem Kloster abgeben mussten. Abgesehen von den Fischereirechten an Wahn und Sieg, unterstanden dem Kloster folgende Mühlen: Walkmühle Seligenthal, Ölmühle Wolperrath, Herkenrathermühle, sowie die Allnermühle und dem Buchheimerhof. Sie alle waren Zangsmühlen, bei denen die Dorpen: Henneff, Geistongen, Bostorp, Stosdorp, Seligendale, Kaldawe, Braichtschoss und Suniferode mahlen lassen mussten.

Außer der Gerichtsbarkeit des Grafen von Blankenberg hatten auch die Kirchen richterliche Gewalt. Letztere bezeichnete man als Sendgericht oder auch "Kirchliches Rügegericht“ genannt. Die Hörigen von Seligenthal unterstanden dem Dechanten von Geistingen.

Dem Sendgericht unterlagen Aburteilungen von Hörigen, die gegen die Gesetze Gottes, der Kirche und Priester verstoßen hatten.

Die Gerichte wurden in der Kirche gehalten, wobei der Sendrichter (Dechant) den Mittelplatz einnahm, während rechts und links die Sendschöffen saßen. Die Schöffen bekleideten nebenbei die Ämter der Kirche.

Bekanntlich waren die Friedhöfe früher rings um die Kirchen angelegt. Die Geistlichen und Adeligen wurden in, und die Hörigen um die Kirche bestattet. Wenn das Sendgericht tagte, musste der Büßer bis zur Urteilsverkündung auf dem Friedhof stehen, da er die Kirche nicht betreten durfte. Handelte es sich um kleinere Vergehen, musste der Sünder draußen neben der Kirchentüre an bestimmten Tagen in der Asche knien oder stehen, je nach Urteilsspruch. Für schwerere Vergehen, z.B. Gotteslästerung oder Ehebruch, wurden härtere Strafen angesetzt. Die Schwerste und Höchste war “tragen des Schandsteines“. An bestimmten Sonn-und Feiertagen oder auch an mehreren Tagen, wenn die Prozession um die Kirche schritt, musste der Büßer den Schandstein an einer Kette befestigt um den Hals tragen. Er ging barfuß, unbedeckten Hauptes im Büßerhemd, vor der Fahne her, in jeder Hand eine Kerze tragend.

Als letzter durfte er die Kirche betreten und zwar erst dann, wenn ihm der Sendrichter als Zeichen der Lossprechung drei Streiche mit einer Rute über den Rücken getan und ein Opfer als Busse entrichtet hatte.

Das Glöckneramt von Eitorf (1397 - 1688) und das von Stieldorf (1515) hatte das Kloster Seligenthal inne.

1647 wurde Kloster und Kirche von einer Feuersbrunst heimgesucht, dessen Ursache nicht angegeben ist.

42 Jahre später brennte die Ölmühle, die zum Kloster gehörte, bis auf die Grundmauern ab. Nicht selten mussten die Patres als Hilfsgeistliche (Minoristen) in den benachbarten Kapellen und Kirchen Dienst tun. So in Happerschoß, Hennef, Geistingen, Niederpleis, Neuhonrath und Birk.

Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Engelsfigur hält in den Händen die Inschrift: "TU ERIS IN PESTE PATRONUS". Sie erinnert an die Schreckenszeit, wo die Pest im Lande wütete und ungezählten Menschen den Tod brachte. Über das Schicksal der Befallenen weiß uns eine Chronik harte Maßnahmen zu berichten, die jedoch örtlich verschieden waren. Meist wurden sie von der Gemeinschaft ausgestoßen, der bürgerlichen Rechte beraubt, mussten sie Haus und Hof verlassen und vor der Kirche niederknien.

Während die Totenglocke läutete, wurde für den Betreffenden eine Messe gelesen. Hiernach wurde er weit außerhalb des Ortes in eine einsame Hütte gebracht, wo er mit seinen Leidensgenossen einsam dem Ende entgegensichte.

Die schrecklichsten Tage, die Seligenthal erlebte, brachen mit dem 6. September 1795 herein. Die Horden der französischen Truppen zogen plündernd und sengend durch die Lande. Nicht nur die Bevölkerung litt unsagbar, auch vor den Klöstern machten sie nicht halt.

Der Klostervorsteher wurde als erster gefangengenommen, an den Schweif eines Pferdes gebunden und zum Kommandanten geschleppt. Zum Glück konnte er sich seiner Fesseln befreien und flüchten.

Hierauf wurden die Patres verjagt, worauf die Truppen in den ganzen Gebäuden Quartier bezogen.

Die Belagerung dauerte bis zum Jahre 1803, wo infolge der neuen Rechtgebung nach 572 jährigem Bestehen die Aufhebung des Klosters angeordnet wurde. Alle Güter wurden eingezogen und unter staatliche Verwaltung gestellt. Fast die gesamten Klostergebäude wurden auf Abbruch verkauft. Nur die Kirche blieb von diesen Maßnahmen verschont, da sich die Gemeinde bereit erklärte, die Verwaltung zu übernehmen. Der Minorist Gabriel Stock übernahm den provisorischen Gottesdienst gegen ein jährliches Entgelt von 50 Taler.

Da sich aber Unzulänglichkeiten zwischen ihm und der Gemeinde ergaben, ließ er sich nach Bödingen versetzen, wo er von nun ab als Hilfsgeistlicher Dienst tat. Hiernach wurde der Gottesdienst in Seligenthal eingestellt. Die Gläubigen mussten nach Geistingen zur Kirche, während man die Toten auf dem Friedhof in Birk beerdigte. Dieser Zustand konnte nicht von Dauer sein. Bittgesuche der Gemeinde wurden immer wieder abgewiesen, bis endlich im Jahre 1834 der erste Geistliche nach Seligenthal kam und regelmäßig Gottesdienste abhielt. Erst 20 Jahre später wurde nach erfolgter Neurestaurierung die Kirche Seligenthal zur Pfarrei erhoben. Die ehemalige Klosterkirche wurde nunmehr Pfarrkirche des Ortes und dem hl. Antonius von Padua geweiht. Sie ist die älteste Franziskanerkirche romanischen Stils in Deutschland. Im Jahre 1892 erfuhr die Kirche innen wie außen eine gründliche Neurestaurierung. Der Kölner Architekt Dreher übernahm die Leitung. Die Gesamtkosten betrugen 12.900, -- Mark, davon übernahm die Provinz 6.000, -- Mark. Die restlichen 6.900, -- Mark mussten durch Kollekten und Eigenleistungen aufgebracht werden.

1898 konnte man dem Kunstmaler Fischer aus Köln die Ausmalung der- Kirche übertragen. Die Kosten bezifferten sich auf 4.300, -- Mark. Im angrenzenden Pfarrhaus wurde bis zum 15.10.1878 Schulunterricht gehalten, der nunmehr nach Kaldauen verlegt wurde.

Sieben jahrzehntelang hatte die Witterung am alten ehrwürdigen Bau genagt, bis man sich entschloss, den Unbilden Einhalt zu tun. In den Jahren 1964 - 65 wurde die Kirche in ein neues Gewand gekleidet, wobei der Turm auch eine Erneuerung erfuhr.

Der 1807 errichtete Kirchhof musste nach einigen Jahren geschlossen werden, da sich wegen der tiefen Lage die offenen Gräber mit Wasser füllten. Der da- malige Pfarrer Binzenbach konnte die Behörde von den Missständen überzeugen, worauf ihm zu einer Neuanlegung Genehmigung erteilt wurde.

Hinter der Kirche, am Berghang gelegen, spendete ehedem eine Quelle ihr heilsames Wasser. Man nannte sie "Johannesbörnlein" und wurde früher von vielen Pilgern besucht.

Diesem Börnlein liegt folgende Legende zugrunde:

Ein kleiner Knabe, "Johännchen" genannt, besuchte einst die Minoristenschule in Seligenthal. Da er in Troisdorf beheimatet war, musste er diesen Weg täglich zu Fuß zurücklegen.

Eines Tages - es war beim Rittersitz zur Mühlen - wurde der Knabe überfallen, ermordet und die Leiche verscharrt. Tags darauf begab es sich, dass ein Rudel Sauen die Erde aufwühlten und die Leiche freilegten. Es war der vermisste Knabe. Die Empörung über die grausige Tat war ringsum!

Um .diese Zeit hatte sich, von Schwaben kommend, ein gewisser Rindfleisch sesshaft gemacht, der als Judenverfolger bekannt war. Da dem Knaben das Blut abgezapft war, schloss man, dass der Mörder nur Jude sein konnte. Da trat auch schon Rindfleisch in Aktion und ermordete blindlings 15 Juden. Inzwischen hatte man den Knaben auf eine Leichenkarre geladen, um ihn zu .den Eltern nach Troisdorf zu bringen. Als man den Michelsberg in Siegburg passierte, bäumten sich plötzlich die Pferde auf und wollten nicht weiter. Da man etwas Ungewöhnliches ahnte, begann man zu beten. Da streckte der Knabe plötzlich die Hand aus und zeigte nach der Abtei'. Sofort wurde der Abt in Kenntnis gesetzt. Dieser befahl die Leiche zur Abtei zu bringen. Jetzt folgten die Pferde dem Knechte willig.

Johännchen wurde in der Abteikirche beigesetzt. Die rechte Hand, womit er zur Abtei zeigte, wurde abgetrennt und in einem silbernen Gefäß aufbewahrt. Die Quelle, aus der Johännchen so oft getrunken, wurde nach seinem Namen benannt und verehrt. Als nach der Belagerung der Schweden das Gefäß mit der Hand verschwunden war, geriet auch die Verehrung in Vergessenheit. Ein Heiligenhäuschen, welches man an der Mordstelle errichtet hatte, zeigte das Geschehen im Bild.

Unweit der Kirche finden wir am Straßenrand die von alten Eichen beschattete Rochuskapelle, welche 1709 erbaut wurde. Die aus Privatbesitz stammende Kapelle wurde 1847 von einem Major a. D. von Delitz der Pfarrgemeinde Seligenthal geschenkt. Viele stille Verehrer, sowie Prozessionen von nah und fern, kamen, um die Fürbitte des Heiligen zu erbitten, um verschont zu bleiben von Krankheiten und Seuchen.

An den Sonnenhängen des "Hümrich" der Sienhard, sowie den siegzugewandten Hängen der "Wingertsgass", wuchs der bekannte "Seligenthaler Klosterwein". Noch am Ende des 19.- Jahrhunderts wurde der "Seligenthaler" an den Schenken verabreicht.

In Seligenthal fand alljährlich ein Weinfest statt, wozu auch der Adel geladen war. Von einem solchen Gelage will folgende Sage erzählen:

Einst weilte der Graf von Blankenberg zu Gast im Kloster, wo der neue Wein gekostet wurde. Sein Schenken, Benno, ein Original der damaligen Gesellschaft, war sein steter Begleiter. In Adelskreisen war Benno als Vortrinker bestens bekannt. Man sagte ihm nach, dass er eine Kanne Wein in einem Zuge hätte leeren können. Von sich selbst prahlte er, dass er ein Fuderfass vom Boden aufheben, an den Mund führen und aus dem Spundloch trinken könnte. Er nahm es mit jedem auf und es gab keinen aus des Grafen Kreise, den er nicht aus purem Übermut unter den Tisch gesoffen hätte. Der Graf fand Gefallen an ihm, er konnte sich keinen besseren Schenken wünschen.

Trotz der Weinmenge, die er der Gurgel herunterjagte, blieb er klar und führte seine Dienste ebenso geschickt wie gewissenhaft aus. Da er mehr für Saufgelagen als für Predigten übrig hatte, munkelte man, er stünde mit dem Teufel im Bunde und eben dieser gäbe ihm die Macht, Unmengen zu trinken ohne davon berauscht zu werden. Wie dem auch war: er wusste die Gunst seines Herrn durch Fleiß und Treue zu rechtfertigen! Oft genug hatte er dem Graf unter Beweis gestellt, dass er nicht nur mit dem Krug, sondern auch mit dem Schwert umzugehen wusste. Benno war auch heute im Element. Immer wieder prostete er diesem, dann jenem Gaste zu. Diese wollten es ihm gleichtun, müssten aber alle den Kürzeren ziehen! Der Graf feuerte ihn immer wieder an und fand seine höllische Freude daran, wenn er sie der Reihe nach aufs Kreuz legte.

Während des Gelages kam die Rede auf eine Höhle am Fuße des Wingertsberges, wovon der Volksmund sagte, dass in derselben der Teufel hause. Ein junger Ritter, der seine Stunde für eine Revanche gekommen sah, wandte sich Benno zu und sagte: er wollte ihm ein Fass Wein verschreiben, wenn er den Mut aufbringe, in diese Höhle hinabzusteigen.

Alle Warnungen in den Wind schlagend, Benno willigte ein, leerte eine Kanne Wein und schritt, gefolgt von den Zechern, zur Höhle. Beim Hinabsteigen rief er dem jungen Ritter zu: seht euch indessen nach dem Fass Wein um, es dürstet mich danach!

Lange harrten sie auf seine Wiederkehr, es schien, als hätte ihn die Höhle verschlungen. Obwohl einige das leichtfertige Spiel bereuten, freuten sich jene, die er so oft niedergetrunken hatte. Der Prälat, der zu Gast war, meinte: Benno sei wegen seines unmenschlichen Trinkens lebendigen Leibes in die Hölle gefahren! Allen möge sein Treiben ein warnendes Beispiel sein!

Heute bietet der "Hümrich" einen neuen Ortsteil von Seligenthal.

Im Jahre 1831 hatte Hennef 255 Einwohner. Die Hauptbeschäftigung lag damals, abgesehen von einigen Handwerksbetrieben, in der Landwirtschaft. Da es in Seligenthal an solchen Unternehmungen fehlte, war man bestrebt, im benachbarten Hennef Arbeit und Brot zu suchen.

Die Brücke, die einst Hennef und Seligenthal verband, wurde, nachdem sie die Schweden im Jahre 1632 zerstört hatten, durch einen Fährbetrieb ersetzt. Allein, auch Hennef, konnte die Arbeitssuchenden nicht alle befriedigen. Jahre- lang war man bemüht eigene Erwerbsquellen zu erschließen. Schließlich versuchte man in Weingartsgasse den Bergbau, der übrigens schon im 12. Jahr- hundert von der Abtei Siegburg betrieben, aber der Unrentabilität wegen eingestellt wurde.

Versuchsweise wurde der Betrieb im Jahre 1853 wieder aufgenommen. Die ersten Ergebnisse waren weniger zufriedenstellend. Dann aber ging es aufwärts. Sie betrugen schon wenig spätere 20 - 25 Männer. Grund genug, um sie nach dem großen Reitergeneral "von Ziethen“ zu benennen (1699 - 1786). Bald erhielt die Grube eine Förderungsanlage mit Pumpenhaus, die von einer Lokomobile in Betrieb gesetzt wurden.

Der untere Schacht war ca. 100 m lang. Von diesem aus zweigten sich die Nebenstollen ab. Die Erzwäsche lag unterhalb der Straße. Hier wurden die Erze zerkleinert, sortiert, verladen und mittels Pferdefuhrwerken zum Schmelzwerk Friedrich-Wilhelmshütte transportiert.

In Tag- und Nachtschichten suchte man die Bergung zu steigern, was schließ- lich zu einer Beschäftigungszahl von 50 - 60 Mann führte. Der Durchschnittsverdíenst im Tagewerk lag zwischen 3,00 und 3,50 R. M.

Die Zahl der Beschäftigten lag um 1857 bei 250 Mann, die in 3 Gruben arbeiteten. Schon paar Jahre später ging die Förderung immer mehr zurück, bis sie schließlich 1876 ganz zum Erliegen kam.

Der Grund war die ausländische Konkurrenz, die nicht nur billigere, sondern auch hochwertigere Erze nach Deutschland lieferte. In den Jahren 1920 - 23 versuchte man erneut die Grube in Betrieb zu setzen, was jedoch nach einigen Versuchen zur vollkommenen Schließung führte. Heute noch legen die Halden mit den versunkenen Stollen Zeugnis ab, vom Fleiß der Menschen in einer schweren Zeit.

Wir wandern weiter über Münchsheck nach KALDAUEN