Hinter der Kirche, am Berghang gelegen, spendete ehedem eine Quelle ihr heilsames Wasser. Man nannte sie "Johannesbörnlein" und wurde früher von vielen Pilgern besucht.

Diesem Börnlein liegt folgende Legende zugrunde:

Ein kleiner Knabe, "Johännchen" genannt, besuchte einst die Minoristenschule in Seligenthal. Da er in Troisdorf beheimatet war, musste er diesen Weg täglich zu Fuß zurücklegen.

Eines Tages - es war beim Rittersitz zur Mühlen - wurde der Knabe überfallen, ermordet und die Leiche verscharrt. Tags darauf begab es sich, dass ein Rudel Sauen die Erde aufwühlten und die Leiche freilegten. Es war der vermisste Knabe. Die Empörung über die grausige Tat war ringsum!

Um .diese Zeit hatte sich, von Schwaben kommend, ein gewisser Rindfleisch sesshaft gemacht, der als Judenverfolger bekannt war. Da dem Knaben das Blut abgezapft war, schloss man, dass der Mörder nur Jude sein konnte. Da trat auch schon Rindfleisch in Aktion und ermordete blindlings 15 Juden. Inzwischen hatte man den Knaben auf eine Leichenkarre geladen, um ihn zu .den Eltern nach Troisdorf zu bringen. Als man den Michelsberg in Siegburg passierte, bäumten sich plötzlich die Pferde auf und wollten nicht weiter. Da man etwas Ungewöhnliches ahnte, begann man zu beten. Da streckte der Knabe plötzlich die Hand aus und zeigte nach der Abtei'. Sofort wurde der Abt in Kenntnis gesetzt. Dieser befahl die Leiche zur Abtei zu bringen. Jetzt folgten die Pferde dem Knechte willig.

Johännchen wurde in der Abteikirche beigesetzt. Die rechte Hand, womit er zur Abtei zeigte, wurde abgetrennt und in einem silbernen Gefäß aufbewahrt. Die Quelle, aus der Johännchen so oft getrunken, wurde nach seinem Namen benannt und verehrt. Als nach der Belagerung der Schweden das Gefäß mit der Hand verschwunden war, geriet auch die Verehrung in Vergessenheit. Ein Heiligenhäuschen, welches man an der Mordstelle errichtet hatte, zeigte das Geschehen im Bild.

Unweit der Kirche finden wir am Straßenrand die von alten Eichen beschattete Rochuskapelle, welche 1709 erbaut wurde. Die aus Privatbesitz stammende Kapelle wurde 1847 von einem Major a. D. von Delitz der Pfarrgemeinde Seligenthal geschenkt. Viele stille Verehrer, sowie Prozessionen von nah und fern, kamen, um die Fürbitte des Heiligen zu erbitten, um verschont zu bleiben von Krankheiten und Seuchen.

An den Sonnenhängen des "Hümrich" der Sienhard, sowie den siegzugewandten Hängen der "Wingertsgass", wuchs der bekannte "Seligenthaler Klosterwein". Noch am Ende des 19.- Jahrhunderts wurde der "Seligenthaler" an den Schenken verabreicht.

In Seligenthal fand alljährlich ein Weinfest statt, wozu auch der Adel geladen war. Von einem solchen Gelage will folgende Sage erzählen:

Einst weilte der Graf von Blankenberg zu Gast im Kloster, wo der neue Wein gekostet wurde. Sein Schenken, Benno, ein Original der damaligen Gesellschaft, war sein steter Begleiter. In Adelskreisen war Benno als Vortrinker bestens bekannt. Man sagte ihm nach, dass er eine Kanne Wein in einem Zuge hätte leeren können. Von sich selbst prahlte er, dass er ein Fuderfass vom Boden aufheben, an den Mund führen und aus dem Spundloch trinken könnte. Er nahm es mit jedem auf und es gab keinen aus des Grafen Kreise, den er nicht aus purem Übermut unter den Tisch gesoffen hätte. Der Graf fand Gefallen an ihm, er konnte sich keinen besseren Schenken wünschen.

Trotz der Weinmenge, die er der Gurgel herunterjagte, blieb er klar und führte seine Dienste ebenso geschickt wie gewissenhaft aus. Da er mehr für Saufgelagen als für Predigten übrig hatte, munkelte man, er stünde mit dem Teufel im Bunde und eben dieser gäbe ihm die Macht, Unmengen zu trinken ohne davon berauscht zu werden. Wie dem auch war: er wusste die Gunst seines Herrn durch Fleiß und Treue zu rechtfertigen! Oft genug hatte er dem Graf unter Beweis gestellt, dass er nicht nur mit dem Krug, sondern auch mit dem Schwert umzugehen wusste. Benno war auch heute im Element. Immer wieder prostete er diesem, dann jenem Gaste zu. Diese wollten es ihm gleichtun, müssten aber alle den Kürzeren ziehen! Der Graf feuerte ihn immer wieder an und fand seine höllische Freude daran, wenn er sie der Reihe nach aufs Kreuz legte.

Während des Gelages kam die Rede auf eine Höhle am Fuße des Wingertsberges, wovon der Volksmund sagte, dass in derselben der Teufel hause. Ein junger Ritter, der seine Stunde für eine Revanche gekommen sah, wandte sich Benno zu und sagte: er wollte ihm ein Fass Wein verschreiben, wenn er den Mut aufbringe, in diese Höhle hinabzusteigen.

Alle Warnungen in den Wind schlagend, Benno willigte ein, leerte eine Kanne Wein und schritt, gefolgt von den Zechern, zur Höhle. Beim Hinabsteigen rief er dem jungen Ritter zu: seht euch indessen nach dem Fass Wein um, es dürstet mich danach!

Lange harrten sie auf seine Wiederkehr, es schien, als hätte ihn die Höhle verschlungen. Obwohl einige das leichtfertige Spiel bereuten, freuten sich jene, die er so oft niedergetrunken hatte. Der Prälat, der zu Gast war, meinte: Benno sei wegen seines unmenschlichen Trinkens lebendigen Leibes in die Hölle gefahren! Allen möge sein Treiben ein warnendes Beispiel sein!

Heute bietet der "Hümrich" einen neuen Ortsteil von Seligenthal.

Im Jahre 1831 hatte Hennef 255 Einwohner. Die Hauptbeschäftigung lag damals, abgesehen von einigen Handwerksbetrieben, in der Landwirtschaft. Da es in Seligenthal an solchen Unternehmungen fehlte, war man bestrebt, im benachbarten Hennef Arbeit und Brot zu suchen.

Die Brücke, die einst Hennef und Seligenthal verband, wurde, nachdem sie die Schweden im Jahre 1632 zerstört hatten, durch einen Fährbetrieb ersetzt. Allein, auch Hennef, konnte die Arbeitssuchenden nicht alle befriedigen. Jahre- lang war man bemüht eigene Erwerbsquellen zu erschließen. Schließlich versuchte man in Weingartsgasse den Bergbau, der übrigens schon im 12. Jahr- hundert von der Abtei Siegburg betrieben, aber der Unrentabilität wegen eingestellt wurde.

Versuchsweise wurde der Betrieb im Jahre 1853 wieder aufgenommen. Die ersten Ergebnisse waren weniger zufriedenstellend. Dann aber ging es aufwärts. Sie betrugen schon wenig spätere 20 - 25 Männer. Grund genug, um sie nach dem großen Reitergeneral "von Ziethen“ zu benennen (1699 - 1786). Bald erhielt die Grube eine Förderungsanlage mit Pumpenhaus, die von einer Lokomobile in Betrieb gesetzt wurden.

Der untere Schacht war ca. 100 m lang. Von diesem aus zweigten sich die Nebenstollen ab. Die Erzwäsche lag unterhalb der Straße. Hier wurden die Erze zerkleinert, sortiert, verladen und mittels Pferdefuhrwerken zum Schmelzwerk Friedrich-Wilhelmshütte transportiert.

In Tag- und Nachtschichten suchte man die Bergung zu steigern, was schließ- lich zu einer Beschäftigungszahl von 50 - 60 Mann führte. Der Durchschnittsverdíenst im Tagewerk lag zwischen 3,00 und 3,50 R. M.

Die Zahl der Beschäftigten lag um 1857 bei 250 Mann, die in 3 Gruben arbeiteten. Schon paar Jahre später ging die Förderung immer mehr zurück, bis sie schließlich 1876 ganz zum Erliegen kam.

Der Grund war die ausländische Konkurrenz, die nicht nur billigere, sondern auch hochwertigere Erze nach Deutschland lieferte. In den Jahren 1920 - 23 versuchte man erneut die Grube in Betrieb zu setzen, was jedoch nach einigen Versuchen zur vollkommenen Schließung führte. Heute noch legen die Halden mit den versunkenen Stollen Zeugnis ab, vom Fleiß der Menschen in einer schweren Zeit.

Wir wandern weiter über Münchsheck nach KALDAUEN

Kaldauen

Als "Chaltowa" wird Kaldauen in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV. vom Jahre 1071 genannt. Hierin heißt es unter anderem: dass die Strafgerichtsbarkeit auf den "Villen" Honschaften und Höfen zur Abtei Siegburg gehörte. Die eine Hälfte Kaldauens zählte zum Burgbann der Abtei und damit zu dessen Gerichtsbarkeit, die andere Hälfte zum Freigericht Happerschoß. Hier lag auch die Grenzlinie, die die Abtei Siegburg von der Herrschaft Blankenbergs trennte.

Die Gründung Kaldauens liegt mit Sicherheit weiter zurück. Dies mögen die Ausgrabungen am Scherbenhügel des Lendersbergers, die der Pingsdorfer Periode (800 - 1000 n. Chr.) zugeschrieben werden, beweisen.

Der Abtshof war ca. 100 Morgen groß und wurde durch die Abtei bewirtschaftet. Eine neuerlich nach ihm benannte Straße mag den Bürger an seine Existenz erinnern. Der Abtshof spielte eine große Rolle in vielen Auseinandersetzungen zwischen der Herrschaft Siegburg und Blankenberg.

Das Cassiusstift in Bonn, in Verbindung mit dem Geistinger Pastor, zwang die Kaldauer Hausstände zu besonderen Abgaben, die alljährlich entrichtet werden mussten.

Nach einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1630 erhielt Geistingen 3 ½ Malter Hafer, nebst einem Rauchhuhn.

Der Weidegang, der Kaldauen besaß, erstreckte sich vom Thomasfloss (zwischen Kaldauen und Seligenthal gelegen) schräg durch die Sieg, durch die Quadenbitz zum Auenfeld, weiter bis an die Buisdorfer Flur.

Außer Viehzucht trieben auch die Korbmacher ihren Handel. Hierzu lieferte das Siegufer reichlich Material. Hinzu kamen Metallgruben, Torf-, Braunkohlen-, Basalt- und Tonabbau, die ehedem ihren Mann, wenn auch karg, ernährten.

Der aus grauer Vorzeit bekannte Mauspfad, später die alte Poststraße genannt, war ein Verbindungsweg zur alten Frankfurterstraße. Von Siegburg kommend, streifte sie Kaldauen, verlief oberhalb des Ortes weiter über Seligenthal, Weingartsgasse, Allner, durch den Siegfurt, wo sie oberhalb Hennef Anschluss an die heutige B 8 fand. Auf dieser Straße zogen einst die Kaufherren und Zünfte zur Messe nach Frankfurt.

Am Mauspfad, nördlich von Kaldauen, bezeichnet ein Flurname eine Stelle mit "Am Radnägel". Hier stand einst eine Schmiede, in welcher die Pferde beschlagen wurden, während man in der nahliegenden Kneipe für das leibliche Wohl sorgte.

Kaldauen wurde auch von den Furien des Krieges nicht verschont. Waren es im Mittelalter die Fehden und Streitigkeiten der Landesherren, belagerten 1632 die Schweden unter General Baudissin den Ort.

Vom Westerwald herkommend, stürmten dessen Horden über Blankenberg nach Hennef. Nachdem sie die alte Seligenthaler Brücke passiert hatten, zerstörten sie diese und drangen über die Poststraße nach Kaldauen und weiter nach Siegburg.

1689 brannten die Horden des Generals Asfeld den Ort nieder. Ende des 18. Jahrhunderts lieferten sich die Kaiserlichen und die Franzosen heftige Kämpfe. Die erdrück ende Übermacht zwang die Österreicher vor den anrückenden Franzosen zur Flucht.

Im September 1795 zog der französische General Lesebre entlang der Poststraße um die Kaiserlichen Truppen von der Seite zu fassen. Diese wichen der Zangenbewegung aus, worauf die Franzosen im Dorf ihr Lager aufschlugen.

Schon 1894 musste Kaldauen 150 Invaliden (Verwundete) aufnehmen, wozu ausreichend Quartiere gestellt werden mussten. Die Lasten und Requisitionen hielten bis Anfang des 19. Jahrhunderts an.

Nach der Säkularisation zählte Kaldauen, infolge Zusammenschluss der Herrschaft Blankenberg und der Abtei Siegburg zum Herzogtum Berg. Von 1808 - 1815 stand der Ort unter der Verwaltung des Amtes Hennef, von 1815 - 1820 zum Kreis Uckerath und nach der Vereinigung von Uckerath und Siegburg zum Siegkreis.

Oberhalb der Siegfurt wurde auch ein Übersetzbetrieb mittels Nachen unter- halten, der bis in die 30 er Jahre dieses Jahrhunderts aufrechterhalten wurde. Als Fährsleute ist die Familie Becher bekannt, die den Betrieb bis 1905 führte. Dann übernahm ihn die Familie Beule bis zum Jahre 1917. Als Nachfolger übernahm Familie Bröcher bis zum Jahre 1926 den Betrieb. Durch die zunehmende Motorisierung wurde die Fähre immer unrentabler. Trotzdem versuchte es die Familie Schwarz mit den Überfahrten.

Als im Herbst 1935 die Sieg Hochwasser führte, riss die Verankerung und der Kahn trieb bis Siegburg-Mülldorf, wo er am Brückenpfeiler zerschellte.

Gerne erinnert man sich noch heute an manch nettes Anekdötchen, dass mit den Überfahrten verknüpft war. Eines soll davon Erwähnung finden:

Noch bis in die 20 er Jahre zogen die Zigeuner mit dressierten Bären durch die Lande, um sie gegen ein Obolus vor den Dörflern tanzen zu lassen. Mutter Beule konnte die Zigeuner nicht ausstehen. Eben im Begriffe einzukaufen, sah sie den Trupp mit den Bären auf die Fähre zukommen. Ihr Sohn Theo, der zwar noch schulpflichtig war, musste während ihrer Abwesenheit die Fähre bedienen. Ehe sie aber ging, verbot sie ihm die Überfahrt der Zigeuner.

Kaum war Mutter Beule gegangen, trat der Bärenführer an den "Fährmann" Theo heran mit der Bitte um Überfahrt. Als Theo immer wieder verneinte, stieg der Preis zur Überfahrt verlockend an. Als der Bärenführer sein Angebot auf 3 R. M. steigerte, (es war damals viel Geld) willigte Theo, trotz des Verbots der Mutter, ein. Nach der Überfahrt hatte er sich im Geiste überlegt, was er mit dem vielen Gelde anfangen wollte. Wie er jedoch seine Mutter nach Hause kommen sah, bekam er Gewissensbisse. Schnell legte er es zum anderen in die große Tasse im Schrank. Wie üblich prüfte Mutter Beule abends die Tageseinnahmen. Als sie Theo fragte, woher die 3. R.M. stammten, antwortete dieser zerknirscht: "Mamm, ech hann de Bären eröffer gebraht, dovür hann ech dat Geld kregen. " Anstatt eines Lobes schrie die Mutter: "Wat hann ech dir gesaat?!" Darauf Theo jammernd: "Mamm, ech meent et doch got". Aber wer Mutter Beules Güte kannte, wusste auch um ihre Strenge. Schon hatte sie den Kochlöffel gegriffen und ließ ihn auf Theos Arsch tanzen. "Su, dat soll dir en Liehr sennl" sprach‘s und legte das Geld zum anderen in die Tasse.

Kaldauen hatte einen überaus großen Eigenbesitz, der später bei der Loslösung vom Amt Lauthausen für die Naturalberechtigten eine große Rolle spielen sollte. Dieses Naturalvermögen, bestehend aus 80 Morgen Land und 400 Morgen Wald, stammt aus einer Stiftung des ehemaligen Besitzers "Haus zur Mühlen", im Jahre 1581.

Wer Nutznießer dieses Vermögens werden wollte, musste sich bei den verwaltenden Schöffen einkaufen. Damit war der betreffende Hausstand naturalberechtigt. Da nicht jeder Hausstand über das betreffende Einstandsgeld verfügte, blieb auch die Zahl der Berechtigten gering. Dass der Leumund eine gewichtige Rolle spielte, versteht sich von selbst. Die Aufnahme ins sogenannte Nachbarbuch setzte u. A. die Anerkennung folgender Satzung voraus:

1.       Die Antragsteller, die die Aufnahme ins Nachbarbuch wünschen, müssen geborene Kaldauer sein.

2.       Ehegatten müssen einen eigenen Herd (Haushalt) haben.

3.       Abkömmlinge müssen, soweit sie das Naturalrecht beerben, ebenfalls von Kaldauer Eltern abstammen.

4.       Zugezogene können sich erst nach dreijähriger Ortsansässigkeit um die Mit- gliedschaft bemühen. Die Nachprüfung ihres Leumunds bleibt vorbehalten.

5.       Bei Eintritt müssen 15 Reichstaler in bar entrichtet werden.

6.       Jedem Hausstand wird zur Pflicht gemacht, mindestens 6 Obstbäume, innerhalb eines Jahres der Zugehörigkeit, auf die ihm zugewiesene Hausparzellen zu pflanzen.

7.       Der Hausstand, der seinen Wohnort wechselt, verliert damit alle Rechte und Pflichten als Naturalberechtigter.

Art der Nutzung:

8.       Jeder Berechtigte erhält zur Beackerung 2 Parzellen von je ein halb Morgen auf Lebenszeit.

9.       Jedes Jahr erhält er zwei Haufen Brennholz gegen Zahlung von einem Drittel des Haulohnes.

10.   Die jährliche Steuer wird gutgeschrieben und vom Ertrag des Jagdpachtes gedeckt.

Nach der Code Napoleons (bürgerliches Recht 1804 - 07) übernahm bekanntlich der Maire P. Ennenbach aus Bröl als erster die Amtsgeschäfte der Bürgermeisterei Lauthausen. Gleichzeitig wurde das gesamte Naturalvermögen auf die Zivilgemeinde Braschoss eingetragen.

Die Erträge aus diesem Vermögen wurden nunmehr vom Amt Lauthausen ein- gezogen und auf einem Sonderkonto verwaltet.

Als Seligenthal 1854 zur selbständigen Pfarrei erhoben wurde, spendete der Gemeinderat, im Einverständnis der Naturalberechtigten, aus dem Waldvermögen von Seligenthal 750 Taler zur Errichtung des Pfarrhauses daselbst. Bis zur Errichtung der Liebfrauenkirche in Kaldauen, die am 6. 5. 1959 eingeweiht wurde, zählte der Ort zum Pfarrverband Seligenthal.

Bei Eingemeindung der Gemeinde Braschoss nach Siegburg, am 8. 5. 1955 wurde das Naturalvermögen von der Stadt Siegburg übernommen. In der Verhandlung mit den Naturalberechtigten verkauften sie der Stadt Siegburg das Vermögen. Der erzielte Erlös wurde auf die noch eingetragenen 130 Naturalberechtigten verteilt. Das ergab je Berechtigten die schöne Summe von 13. 000 DM.

Die Wahnbachtalstrasse Siegburg - Much, die in den Jahren 1926 - 27 gebaut wurde, führte gleich am Ort vorbei. Die Brücke, die eine Schlucht hinter Seligenthal überquerte, wurde 1945 infolge Kriegswirren von deutschen Truppen gesprengt. Als man im Jahre 1955 - 58 die Wahnbachtalsperre baute, wurde die Straße, die ohnehin wenig befahren wurde, vom Wasserstau der Sperre überspült.

Die alte Schule in Kaldauen, die 1875 eingeweiht wurde, war inzwischen zu klein und unzeitgemäß geworden. Daher wurde in den Jahren 1949 - 50 von der damaligen Großgemeinde Lauthausen neben der alten eine neue errichtet. Die alte Schule wurde zu einem Kindergarten hergerichtet und 1958 seiner Bestimmung übergeben.

Einer der ältesten Kulturträger des Ortes ist der Männergesangverein e. V. 1876 Kaldauen. Ursprünglich bestanden hier zwei Gesangvereine: der Gesangverein "Cäcilia" 1876, und der MGV "Sängerkreis" 1894.

Beide Vereine schlossen sich im Jahre 1919 zusammen und nannten sich von nun ab: MGV e.V. 1876 Kaldauen.

Zwei Jubelfeste sollen noch Erwähnung finden: das 25 jährige Bestehen des Vereins am 14. Juli 1901 und das 50. Jubelfest am 4. 5. und 6. September 1926, unter Mitwirkung von 14 auswärtigen Vereinen.

Infolge Ausbruch des 2. Weltkrieges musste die Vereinstätigkeit bis 1947 eingestellt werden. Langsam entwickelte sich das Vereinsgeschehen. Nach eifrigen Proben konnte der Verein am 5. und 6. Mai 1951 auf eine 75 jährige Tätigkeit zurückblicken.

Der Ruderverein Kaldauen, gegründet 1921, konnte sich knapp 20 Jahre behaupten. Trotz schöner Erfolge, die der Verein in seiner Tätigkeit verbuchen konnte, scheiterte es an der Finanzlage, die nun einmal dem Wassersport anfällt.

Nicht anders erging es dem Theaterverein. 1923 gegründet, schenkte er dem Dorfe manchen schönen Abend. Auch er konnte' sich dem Zeitgeschehen nicht entziehen und musste, ob wohl oder übel, schon 1930 seine Tätigkeit einstellen. Inzwischen sind wir bergwärts gewandert, Wobei wir einen herrlichen Rundblick genießen.

Wir verpusten zuweilen eine Zigarettenlänge und nehmen dann unseren Weg nach HEIDE