Wahnbachtalsperre

Schon 1949 begannen die Planungsarbeiten für den Bau der Sperre. 1953 wurde der Wahnbachtalsperrenverband als Träger des Unternehmens gegründet. Zwei Jahre nahmen die technischen Arbeiten in Anspruch, 1955 wurde mit dem Bau begonnen.

In zweijähriger Bauzeit wurden 350. 000 Tageswerke geleistet, wobei sich die Gesamtkosten auf 33 Mill. DM beliefen.

Im Mai 1958 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Der Stausee hat eine Gesamtlänge von ca. 4, 5 km, mit einem Fassungsvermögen von 43 Mill. Kubikmeter Wasser. Das am Fuße des Dammes gelegene Pumpenwerk drückt - je nach Jahreszeit - täglich 40. 000 - 80. 000 Kubikmeter Wasser zur Aufbereitungsanlage Siegelsknippen.

Nachdem das Wasser verschiedene Filterungen durchlaufen, fließt es in Erdbehälter, von wo aus es in die einzelnen Versorgungsgebiete weitergeleitet wird.

Steht man auf der Dammbrücke und lässt seinen Blick ostwärts gleiten, erblickt man in einigen Entfernung einen zur Wasserfläche neigenden Steilhang - den "Pinneberg" - den die Bagger für den Dammbau größtenteils weggefressen haben.

Der Namensnennung dieses Berges soll folgende Sage zugrunde liegen:

Gunolf, genannt der Schmied von Siegburg, war zur Abendstunde auf dem Weg nach Much, wohin er von Graf Kuno, genannt "Der Wüterich" bestellt war. Es war an einem warmen Sommerabend, als er in der Nähe des Pinneberges an- kam. Des Wanderns müde, legte er sich am Waldrand nieder, um eine Weile zu verschnaufen. Hierbei war er eingeschlafen und erwachte erst, als ihn um Mitternacht eine dumpfe Glocke aufschreckte. An ein Weiterwandern war nicht zu denken, da er in der Dunkelheit den Weg verfehlt hätte.

Im Begriff sich für die Nacht zu rüsten, stand plötzlich ein geharnischter Ritter vor ihm, der ihn aufforderte, ihm zu folgen. Als der Schmied ihm den Grund des Hierseins darlegte, sagte der Ritter, er solle nicht dem Rufe des Grafen folgen, da sein Herrscher mit den Streitern bald auszöge, um jenen für seine Frevel zu schlagen. Überdies versichert er dir, dass er dich nach getaner Arbeit reichlich belohnen wird. Gunolf, der Schmied, willigte ein.

Nachdem sie eine Weile gegangen, standen sie plötzlich vor einem großen Fels- block, worauf der Ritter drei Schläge tat. Hiernach schob sich der Fels beiseite, der sich nach ihrem Eintritt wieder schloss.

Dann schritten sie durch einen Gang und kamen an ein großes Tor, vor dem zwei Wächter standen. Einer der Wächter schloss mit einem goldenen Schlüssel auf. Nun traten sie in einen hellerleuchteten Saal. Der Marmor an Decken und Wänden, besetzt mit unzähligen Kristallen, funkelte in mannigfaltigster Art. In der Mitte stand ein mit Edelsteinen besetzter Thron, auf welchem der Herrscher saß, der mit seinem Zepter seine Macht gebot. Rings um ihn her lagen seine Getreuen, die mit funkelnden Schildern und Schwertern bewaffnet, auf die Befehle ihres Herrn warteten. Auf einen Wink des Herrschers traten sie in einen großen Stall, wo viele Pferde standen.

Also, sprach der Ritter, hier findest du Arbeit bis zum frühen Morgen. Alle Rosse, die an ihren Hufen schadhafte Eisen haben, müssen bis dahin durch neue ersetzt sein. Die Zeit drängt und nun munter an die Arbeit!

Ungläubig betrachtete der Schmied den Ritter: "Diese Arbeit soll in einer Nacht verrichtet sein?" Doch jener mahnte, flink an die Arbeit zu gehen.

Auf ein Glockenzeichen eilten aus allen Winkeln Knappen herbei. Die einen schürten die Feuer, die anderen schwangen die Hämmer, der Schmied passte die Eisen an. So ging das fort in einem Verein. Noch ehe der Morgen graute, war die ganze Arbeit getan. Der Ritter lobte den Schmied und versprach ihm zur Belohnung die gesamten alten Pinnen (gemeint waren die Nägel, womit die Hufe befestigt waren; sie wurden früher Pinnen genannt).

Enttäuscht über die schlechte Belohnung, schleppte der Schmied den Sack mit den Pinnen dem Ausgang zu.

Der Ritter drängte zur Eile, da Gunolf vor dem ersten Glockenschlag den Berg verlassen musste. Kaum war der Schmied draußen, schloss sich das Tor mit Donnergrollen. Ermüdet von der schweren Arbeit, legte er sich am Waldrand nieder und schlief bald fest ein.

Die Sonne stand schon hoch am Horizont, als er aus tiefem Schlaf erwachte. Nun besann er sich des Vorgefallenen und alles kam ihm vor, als hätte er geträumt.

Da sah er neben sich den Sack mit den Pinnen liegen und dachte bei sich, dass ihn der Ritter für seine schwere Arbeit schlecht entlohnt habe. Als er jedoch den Sack öffnete und die Pinne bei Tage besah, traute er seinen Augen nicht: sie waren aus purem Gold!

Jetzt erinnerte sich der Schmied an die Worte des Ritters: den Dienst des Grafen Kuno abzulehnen, er würde reich nach Siegburg zurückkehren. Im Volksmund hat sich die Sage jahrhundertelang erhalten.

Der Pinneberg, mit dem Dörfchen Pinn, sind stumme Zeugen einer verträumten Zeit.

Wir haben uns für einen Augenblick in die Nachbargemeinde verloren, und wandern nunmehr bergan zu der ältesten Siedlung der Gemeinde: nach HAPPERSCHOSS