Die Lauthausener Fähre war keine amtliche Einrichtung, sondern ein aus der Dorfgemeinschaft heraus gegründetes Unterfangen, wie aus einer Fährsatzung aus dem Jahre 1645 hervorgeht.

Die Gebührensätze für die Überfahrten bestanden für die umliegenden Flecken und Honschaften aus Naturalien, die jeweils zu Martini an den Fährmann zu entrichten waren.

Der Adel, der Schultheiß, sowie die geistlichen Herren, hatten die Überfahrt frei. Als Ausgleich wurde dem Fährmann eine jährliche Zuwendung in Form von Naturalien gemacht.

Bei geschlossenen Überfahrten: Jahrmärkte, Wallfahrten, Kirmessen oder ähnlichen Anlässen, wurde die Überfahrt in einer Pauschalgebühr entrichtet. Handelte es sich um eine beschränkte Personenzahl, Kleinvieh oder dergleichen, wurde mittels Kahn übergesetzt.

Die Arbeitszeit des Fährmanns betrug im Sommer ca. 16 Stunden, im Winter 12 Stunden. 1/3 der Einnahmen mussten in den Reparaturfond abgeführt werden. Oft hatte der Fährmann Sorge um die Beitreibung der Naturalien, da nur die Wenigsten sich zur freiwilligen Abgabe bequemten. Später übernahm die Gemeinde die Unterhaltung der Fähre. Hierzu wurden eigens für den Fahrdienst erprobte Männer eingesetzt.

Eine Fährdienstordnung aus der Mitte des 17. Jahrhunderts lässt folgende Überfahrtsgelder erkennen:

je Person                                      7 Heller

je Ziege, Schaf oder Schwein          5 Heller

je Kuh, Rind oder Pferd                  2 Albus

bei anderen Dingen je nach Umstand und Größe zwischen 1-4 Albus.

Soweit der Fährbetrieb bei Hochwasser aufrechterhalten werden konnte, erhob man die doppelte Gebühr.

Viele der Alteingesessenen waren Fischer. Wie bekannt, waren die Fischmenge in der Sieg ehemals gut bis sehr gut. Da sich die Sieg früher in mehrere Arme teilte, wurde hierdurch der Fischfang günstig beeinflusst. An die Fänge mag die heutige Fischgasse erinnern.

Ca. 100 m von der Fähre entfernt lag einst die Furt durch die der Verbindungsweg über Dondorf, Hossenberg zur Frankfurterstraße führte.